Wacholder

Wacholderbeeren bei Dysmenorrhoe

2025-03-27
Detail-Ansicht von Wacholderbeeren

Wacholderbeeren (Juniperus communis L.) linderten die Beschwerden bei primärer Dysmenorrhoe und verbesserten die Lebensqualität vergleichbar wie Mefenaminsäure (NSAR). Darüber hinaus zeigten sich positive Effekte auf die uterine Durchblutung.

Dieses Ergebnis erbrachte eine am Department of Gynecology and Obstretics, National Institute of Unani Medicine, Bangalore, Indien durchgeführte randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudie. Studienteilnehmer waren 62 Frauen zwischen 18 und 35 Jahren. Diese litten unter Menstruationsbeschwerden, definiert als primäre Dysmenorrhoe mit moderaten bis starken Beschwerden während ≥ 3 Zyklen vor Studienbeginn. Die Patientinnen nahmen 3-mal täglich entweder 2 Kapseln einer Wacholderbeeren-Zubereitung (750 mg gepulverte Beeren) oder Mefenaminsäure (250 mg) ein. Die Anwendung erfolgte vom 1. bis zum 3. Tag der Menstruation über zwei Menstruationszyklen. Die primären Endpunkte wurden anhand einer visuellen Analogskala (VAS, 10 Stufen) für Schmerzintensität und der numerischen Bewertungsskala (NRS) für die Symptome Müdigkeit, Menstruationsbeschwerden, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Erbrechen und Stimmungsschwankungen gemessen. Sekundäre Zielkriterien waren die mittels Doppler-Sonographie erfassten Veränderungen der uterinen Durchblutung und die Lebensqualität (SF12-Fragebogen).

Ergebnisse: Beide Kollektive waren hinsichtlich Alter und BMI vergleichbar. Im Zyklus 2 nahmen die mittleren VAS-Werte für die Schmerzintensität in der Wacholdergruppe gegenüber dem Ausgangswert zu Studienbeginn von 8,1 ± 1,3 auf 2,87 ± 1,17, in der NSAR-Gruppe von 8,1 ± 1,13 auf 3,61 ± 1,14 ab; der Unterschied zwischen beiden Gruppen war nicht signifikant. Bei allen Symptomen ergaben sich in beiden Gruppen signifikante Verbesserungen; am deutlichsten bei Müdigkeit und Übelkeit in der Wacholderbeeren-Gruppe; der Gruppenvergleich war ohne signifikante Unterschiede. Auch im SF-12-Fragebogen zur Lebensqualität wurde in beiden Gruppen vergleichbare signifikante Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert berichtet. Die Doppler-Indices der Gebärmutterarterie verbesserten sich in beiden Gruppen, bei einzelnen Werten signifikant innerhalb der Wacholdergruppe, was auf eine verbesserte Durchblutung hinweist.

Sowohl Wacholder als auch Mefenaminsäure wurden gut vertragen, es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet. Auch in den hämatologischen und biochemischen Sicherheitslaborwerten zeigten sich keine Auffälligkeiten.

Die Autoren diskutieren, dass die Besserung der Symptome hauptsächlich auf die Wirkung des Wacholders auf die uterine Durchblutung zurückzuführen sei.

Wacholderbeeren werden hierzulande traditionell zur Förderung der Diurese und bei dyspeptischen Beschwerden eingesetzt. Im Konzept der Unani-Medizin, einer europäischen, graeco-arabischen Medizin, die heute vor allem in Indien neben Ayurveda bekannt ist, wird der Wacholder auch bei menstruellen Beschwerden und Schmerzen angewandt.

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