Arzneilavendelöl: Therapieoption für psychisch belastete Patienten
2025-03-27
Ängste und Depressionen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen weltweit und nehmen weiter zu. Beide Krankheitsbilder beeinflussen sich gegenseitig, weshalb komorbide Beschwerden häufig sind. Die Diagnosekriterien für das Vollbild von generalisierter Angststörung (GAD), Depression (Major depressive disorder, MDD) und Mischformen (Mixed anxiety-depressive disorder, MADD) sind strikt. Viele Patienten erfüllen diese Kriterien nicht vollständig, fallen daher häufig durch das Diagnoseraster und bleiben unbehandelt. Sie leiden jedoch unter ständigem Grübeln, innerer Unruhe, leichten Ängsten und Niedergeschlagenheit. Aufgrund ihrer Anspannung finden sie nachts keinen erholsamen Schlaf. Durch die anhaltende Beeinträchtigung im Alltag entwickeln sie einen hohen Leidensdruck.
Eine aktuelle Übersichtarbeit stellt die wissenschaftliche Datenlage des speziellen Arzneilavendelöls Silexan®, welches der beschriebenen Patientengruppe helfen könnte, vor:
Klinische Daten
Silexan® ist bei ängstlichen Patienten vergleichbar anxiolytisch bzw. beruhigend wirksam wie Lorazepam (0,5 mg/d) oder wie Paroxetin (SSRI, 20 mg/d) – und dies bei besserer Verträglichkeit. Bei Patienten mit MADD bestätigte sich die anxiolytische Wirksamkeit im Vergleich zu Placebo. Darüber hinaus zeigte Silexan® eine antidepressive Wirkung. Diese bestätigte sich in einer placebo- und referenzkontrollierten klinischen Studie bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Depression. Silexan® linderte die depressiven Symptome gleichermaßen wie Sertralin (SSRI, 50 mg/d). Weitere klinische Studien bzw. Metaanalysen zeigten, dass Silexan® infolge der anxiolytischen Wirkung auch den Schlaf besserte und körperliche Symptome linderte.
Daten zum Wirkmechanismus
Ähnlich wie Pregabalin, wohl aber an einer anderen Bindungsstelle, interagiert Silexan® mit den präsynaptischen Calciumkanälen. Dadurch werde der Einfluss von Calcium-Ionen reduziert und weniger erregende Neurotransmitter gelangen in den synaptischen Spalt. Die nachgeschalteten Nervenzellen würden dadurch weniger erregt. In einer klinischen Studie zeigte Silexan® zudem eine Verringerung der Bindungskapazität des Serotonin-1A-Rezeptors im Hippocampus, wie sie von SSRI bekannt ist.
Fazit
Diese Übersichtsarbeit bestätigt die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit von Silexan®. Dieses besitzt Potenzial für psychisch belastete Patienten ohne vollausgeprägte Symptomatik, die eine gut verträgliche Therapie benötigen. Silexan® sediert nicht, führt nicht zur Gewöhnung oder Abhängigkeit und zeigt keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.
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